„Wenn wir schon einen Speicher haben, läuft der Betrieb bei Stromausfall doch weiter.“ Diese Annahme ist verbreitet und in dieser Form falsch. Ein Batteriespeicher ist nicht automatisch eine Notstromversorgung.
Warum ein Speicher bei Netzausfall zunächst stillsteht
Eine netzgekoppelte Anlage muss sich bei einem Ausfall vom Netz trennen. Das ist eine Sicherheitsanforderung: Niemand darf Spannung auf eine Leitung geben, an der möglicherweise gearbeitet wird.
Ohne zusätzliche Vorkehrung steht damit auch der Speicher still, obwohl er geladen ist. Für die Weiterversorgung braucht es eine Umschalteinrichtung, die ein eigenes Inselnetz aufbaut.
Die drei Begriffe im Klartext
Notstrom versorgt einen Teil des Betriebs nach einer Unterbrechung weiter. Es entsteht eine Lücke.
Ersatzstrom meint im Sprachgebrauch dasselbe, oft mit größerem Versorgungsumfang.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) heißt: Die Umschaltung erfolgt so schnell, dass angeschlossene Geräte sie nicht bemerken.
Welche Variante Sie erhalten, entscheidet die Umschalttechnik — nicht die Größe der Batterie.
Warum Millisekunden den Unterschied machen
Eine mechanische Umschaltung braucht spürbar Zeit. Für Beleuchtung, Kühlung oder Ladepunkte ist das bedeutungslos. Für einen Server oder eine Steuerung mitten im Prozess bedeutet schon eine kurze Lücke einen Neustart.
Wir setzen deshalb auf Systeme mit elektronischem Umschalt-Schrank, der zwischen Netz- und Inselbetrieb im Millisekundenbereich wechselt. Für die angeschlossenen Geräte ist das in der Praxis unterbrechungsfrei.
Die Vorfrage, die alles bestimmt
Den gesamten Betrieb notstromfähig auszuführen ist meist unwirtschaftlich und selten nötig. Sinnvoller ist es, vorher festzulegen, welche Bereiche kritisch sind: Server und Netzwerk, Kühlung mit verderblicher Ware, Alarm- und Zutrittsanlagen, ein Prozess, der nicht abbrechen darf.
Diese Bereiche werden auf einen eigenen Verteilerkreis gelegt. Das ist ein Eingriff in die Elektroinstallation — und der Grund, warum die Frage vor der Planung gehört und nicht danach.
Wie lange die Versorgung trägt
Das hängt vom Ladezustand zum Zeitpunkt des Ausfalls und vom Verbrauch der abgesicherten Bereiche ab. Scheint die Sonne, kann die Photovoltaikanlage im Inselbetrieb nachladen und die Dauer verlängern.
Wir rechnen bei der Planung bewusst mit einem ungünstigen Fall: Ausfall am Abend, Speicher nur teilweise geladen. Was dann noch trägt, ist die belastbare Zahl.
Fläche oder Betrieb prüfen lassen
Wir sehen uns Ihren Fall an, bevor geplant wird — und sagen auch ab, wenn die Zahlen dagegen sprechen. Stellen Sie hier Ihre unverbindliche Anfrage.



